‛Karte und Gebiet’. Die Spatialisierung von Sprache in der Dialektologie des Deutschen von 1918 bis 1955.

Jan David Braun
Universität Wien & Österreichische Akademie der Wissenschaften

Wissenschaft, Alfred Kubin

Wissenschaft, Alfred Kubin, 1901. Quelle

(Bericht aus einer Akademie)[1]

Vorbemerkung

Der vorliegende Text ist ein Bericht aus den bisherigen Arbeiten und eine Erklärung einiger theoretischer Ansätze zu meiner wissenschaftshistorischen Dissertation, die folgenden Arbeitstitel trägt: “Die Verräumlichung der Sprache. Mundarten zwischen Visualisierung, Repräsentation und Expansion in der Dialektologie des Deutschen von 1918 bis 1955″. Diese Arbeit wird durch ein ÖAW-DOC-Stipendium finanziert, das ich am 1.12.2017 angetreten habe und dessen Laufzeit zwei Jahre beträgt. Zudem ist es mir möglich, im Rahmen des Go! Digital-Projektes Austrian Dialect Cartography 1924-1956. Digitalisation, Contextualisation, Visualisation in nunmehr überwiegend organisatorischer und koordinierender Funktion tätig zu sein, wobei ich dabei an der Abteilung “Variation und Wandel des Deutschen in Österreich” (Österreichische Akademie der Wissenschaften, ACDH) im angegebenen Projekt seit März 2017 arbeite.

Grundsätzliches: fehlende Selbst-Reflexion der (Sprach-)Wissenschaft, Meta-Theorie & Historische Epistemologie

Nicht wenige wissenschaftliche Disziplinen haben ein besonderes Manko, das paradox erscheint, da es eine wesentliche Tugend des Wissenschaftlichen bedeuten könnte, will man das Denken zum Zentrum von Forschung machen: die Wissenschaft reflektiert sich in vielen Punkten als soziales, politisches, bürokratisches, kurz: gesellschaftliches System nicht selbst. Die ebenso populäre wie provokante Einschätzung “Die Wissenschaft denkt nicht”[2] des Philosophen Martin Heidegger bekommt in diesem Zusammenhang einen großen Wahrheitsgehalt[3], fehlt doch in vielen Disziplinen eine grundsätzliche Beschäftigung mit den epistemologischen, also erkenntnistheoretischen Grundlagen von Wissenschaft in ihrer Zeichenhaftigkeit (Semiotizität), Struktur, Sozialität, Institutionalisierung und politischen Dimension, d.i. die kulturelle Praxis “Wissenschaft” in ihrer umfassenden Gesellschaftlichkeit.

“Und dieser Satz ‛Die Wissenschaft denkt nicht’, der viel Aufsehen erregte, […] bedeutet, die Wissenschaft bewegt sich nicht in der Dimension der Philosophie. Sie ist aber, ohne dass sie es weiß, auf diese Dimension angewiesen. Zum Beispiel die Physik. Bewegt sich im Bereich von Raum und Zeit und Bewegung. Was Bewegung, was Raum, was Zeit ist, kann die Wissenschaft als Wissenschaft nicht entscheiden. Die Wissenschaft denkt also nicht, das heißt sie kann gar nicht denken […] mit ihren Methoden. Ich kann nicht zum Beispiel physikalisch oder mit physikalischen Methoden sagen, was die Physik ist. Sondern was die Physik ist, kann ich nur denken, philosophierend sagen. ‛Die Wissenschaft denkt nicht’ ist kein Vorwurf, sondern ist nur eine Feststellung der inneren Struktur der Wissenschaft.” — Heidegger im Interview.

Paradox an diesem Nicht-Reflektieren ist zudem, dass die Wissenschaft sich im Bereich der Geisteswissenschaften aber gleichzeitig weitgehend mit sich selbst beschäftigt[4], jedoch, da staatlich gefördert, den Schritt in die Ökonomisierung der wissenschaftlichen Inhalte und Ergebnisse selten gehen oder wagen muss und somit ständig auf sich selbst referiert[5], ohne ihr Verhältnis zur Gesellschaft wirklich zum Thema zu machen.[6] Tagungen, Vorträge, Institute sind hauptsächlich für die scientific community und für Studenten bestimmt, selten für andere soziale Gruppen, die die einfache aber unangenehme Frage nach dem “Warum?” der Forschung stellen könnten. In den Fällen, in denen Forschung augenscheinlich auf und in die Gesellschaft wirkt (Medizin, Ingenieurwesen, Biotechnologie und andere naturwissenschaftliche Disziplinen) transzendiert Wissenschaft natürlich den eigenen Bereich. In vielen anderen Fällen “nützt” die Wissenschaft jedoch am meisten der Gesellschaft der Forschenden, womit sich das Paradoxon (zumindest teilweise) auflöst: wissenschaftliche Inhalte dienen als soziale Konvention[7] und Paradigmen in vielerlei Hinsicht besonders dem Erhalt, der Stabilisierung und Perpetuierung der eigenen sozialen Gruppe.[8]

Heideggers oben angeführte Aussage spielt aber auch in anderen Belangen eine Rolle: wenn man sich etwa vor Augen führt, dass durch die Digitalisierung[9] und die damit einhergehende Bestrebung, Geisteswissenschaften technisch (naturwissenschaftlich?) zu fundieren eine Form von technokratischem Empirizismus[10] betrieben wird, der auch in Disziplinen auftaucht, die sich nicht per definitionem dem Paradigma der Repräsentativität (wie es etwa die empirische Sozialforschung darstellt) verschrieben haben. Oder jene, die selbst mit quantitativen Methoden und Forschungssets nur selten tatsächlich repräsentativ sein können, da der Untersuchungsgegenstand dies per se nicht zulässt.[11]

Kurzum: die Tendenz der sogenannten digitalen Geisteswissenschaften zu einer, provokant ausgedrückt, Erotik großer digitaler Datenmengen, drängen (meta-)theoretische, methodologische oder hermeneutisch-interpretative Arbeiten in den Hintergrund und theoretische Komplexität wird nicht selten durch digitale (technische/technisierte) Komplexität ersetzt. Gleichzeitig wird dabei der epistemologische Aspekt der (digitalen) Technik aber nicht entsprechend thematisiert. Entscheidend ist diesbezüglich, dass dabei eben das Bewusstsein um die “Phänomenotechnik”, wie es in der modernen Naturwissenschaft der Fall ist, in den Geisteswissenschaften nicht konsequent aufgenommen wird: dem Bachelardschen Diktum der Phänomenotechnik gemäß ist nämlich festzustellen, dass moderne Naturwissenschaft spätestens seit dem 20. Jahrhundert mit ihren Apparaten (z.B. zur Visualisierung von Nicht-Sichtbarem oder erst zu Übersetzendem) ihre Gegenstände nicht nur findet, sondern auch erfindet.[12] Im Falle der Digitalisierung hat man es alleine schon im Begriff “Digitalisierung” mit einem grundsätzlichen Missverständnis zu tun: “Digitalisierung” verschleiert die epistemologische Komponente am Bereich des Digitalen und suggeriert, dass analoges Material einfach digital gemacht wird, verdeutlicht aber nicht, dass sich die gesamte (auch sprachliche) Wissensproduktion und die epistemologischen Voraussetzungen des Wissens durch das Digitale verändert haben.[13]

Im Gegenteil hat es den Anschein, dass es zum einen darum geht, einer generellen Tendenz der unhinterfragten Affirmation von Digitalisierung und Technizität zu folgen, die die erkenntnistheoretische Dimension des Digitalen nicht begreift und die des Weiteren naiv-positivistische, vermeintlich objektive Forschung einer strengen Reflexion der eigenen Bedingungen, der disziplinären, vorwissenschaftlichen Prägungen und Vorannahmen sowie des eigenen wissenschaftlichen Habitus vorzieht. Man kann mitunter auch beobachten, dass die digitalen “tools” zwar aus der Gegenwart stammen, die Konzepte und epistemologischen Grundlegungen der Visualisierung aber in der Vergangenheit liegen, wie man etwa am Beispiel zeitgenössischer Dialektologie oder moderner Regionalsprachenforschung sieht.[14]

Es haben sich allerdings in den letzten fünf bis sechs Jahrzehnten sukzessive Meta-Disziplinen entwickelt, die die Wissenschaft und ihre produzierten Inhalte in ihrem sozialen und historischen Kontext selbst zum Gegenstand machen: Wissenschaftssoziologie und Wissenschaftsgeschichte sind Beispiele solcher Disziplinen. Aber auch sie reflektieren nur in den seltensten Fällen in offener (selbstbeobachtender) Weise die eigene, unmittelbare Situation und Position in der institutionalisierten Wissenschaft. Zu einer solchen umfangreichen Reflexion könnte das Hinterfragen des Habitus[15] im Wissenschaftlichen ebenso gehören wie die ganz konkrete, reale (und vielleicht auch banale) sozioökonomische Kontextualisierung des eigenen, ausgezahlten Salärs im gesamtgesellschaftlichen Gefüge bzw. im Vergleich mit anderen, nicht-akademischen Berufsgruppen. Zu dieser Reflexion gehört auch die Frage nach den Strukturen der Macht, der Bürokratie, des Autoritarismus in der Wissenschaft (der Gegenwart!) ebenso wie die politische (ideologische) Selbsteinordnung, die Frage nach je unterschiedlichen ideologischen Tendenzen in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen oder das Hinterfragen der allgemeinen suffizienten/insuffizienten Produktionsbedingungen wissenschaftlicher Arbeit.

All diese aufgezeigten Punkte sollten idealiter in eine konsequente wissenschaftshistorische Arbeit einfließen, da diese Faktoren eben auch den wissenschaftshistorischen Gegenstandsbereich, also die Wissenschaft zu einem spezifischen historischen Zeitpunkt, maßgeblich beeinflusst haben müssen, ganz so, wie sie einen selbst als Wissenschaftler gegenwärtig beeinflussen. Ob und inwiefern mir gelingen wird, diese Reflexion konsequent durchzuziehen, steht noch dahin.

Neben dieser metatheoretischen Perspektivierung meiner Arbeit sollen weitere theoretische Ansätze eine Grundlage der Dissertation bilden: die historische Epistemologie nach Hans Jörg Rheinberger sowie die Idee einer implizit in der wissenschaftlichen Wissensproduktion enthaltenen Politizität im Sinne Volker Roelckes. Der Ansatz der historischen Epistemologie (der oben schon Anklang gefunden hat), bezugnehmend auf die franzöisische Épistémologie nach George Canguilhem und Gaston Bachelard[16] , ist weitgehend auf die Naturwissenschaften angewendet worden, aber noch nie auf die Dialektologie oder gar die Sprachkartographie dialektologischer Prägung.

Für Hans-Jörg Rheinberger bedeutet historische Epistemologie “die Reflexion auf die historischen Bedingungen, unter denen, und die Mittel, mit denen Dinge zu Objekten des Wissens gemacht werden, an denen der Prozess der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung in Gang gesetzt sowie in Gang gehalten wird.” (Rheinberger 2007, 11. Fett-Setzungen Jan D. Braun) Im Hinblick auf die Dialektologie sind nun die Mittel, mit denen Dinge zu Objekten des Wissens gemacht werden einerseits als Frage nach den realen Fördermitteln und den förderpolitischen Hintergründen zu verstehen, anderseits aber auch als die technischen (Hilfs-)Mittel[17], welche die wissenschaftlichen Artefakte (Sprachkarten) ermöglichen. Bei der Sprachkartographie dialektologischer Façon wird es in meiner Dissertation darum gehen, wie Sprach- und Dialektkarten zu Objekten des Wissens gemacht wurden.

Dieser Prozess lässt sich historisch in Form eines Zwei-Schritt-Vorgangs rekonstruieren: erstens werden wissenschaftliche Gegenstände festgelegt, die als Dinge im weiteren Sinne fungieren. Diese Dinge sind all jene, denen, wie es Rheinberger formuliert, “die Anstrengung des Wissens gilt” (Rheinberger 2001, 24). Diese sogenannten epistemischen Dinge sind u.a. Konzepte und Ideen von etwas, das man untersuchen möchte, wie etwa am Beispiel der Mundartforschung die Konzepte ‘Dialekt’, ‘Sprache im Raum’, oder ‘Bairisch’. Im zweiten Schritt geht es darum, wie diese Dinge durch einen technischen Prozess zu Artefakten und Trägern wissenschaftlichen Wissens (gemacht) werden; nach Rheinberger sind das die sogenannten technischen Dinge.[18] Im Fall der Dialektologie wären dies also die realiter vorgefundenen Sprachkarten.

Der Wissenschaftshistoriker Volker Roelcke nun spricht davon, “dass die […] Reflexion der politischen Dimension bei der Produktion von neuem Wissen in den Wissenschaften für ein angemessenes Verständnis vieler historischer Phänomene unverzichtbar ist.” (Roelcke 2010, 177) Diese Dimension lässt sich auch bei Sprachkarten, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Kontext von Multidisziplinarität und Gemeinschaftsforschung entstanden sind, vielfach feststellen, wie ich an anderer Stelle schon gezeigt habe.[19] Es gilt jedoch auch hier, das Politische im weiteren Sinne zu interpretieren und nicht auf staatspolitische “Handlungen” zu reduzieren. Das Politische im Wissenschaftlichen (im Sozialen) interpretiere ich viel eher, in Anlehnung an Joseph Rouse[20], Mitchell G. Ash[21] und Bruno Latour[22] als institutionell gestützte (d.h. systematisiert-strukturierte) Ermöglichungs- oder Verunmöglichungsprozesse in der Durchsetzung oder Ablehnung von Wissen und der Etablierung oder Verhinderung von spezifischen Paradigmen durch die Macht der Sozialität oder besser: durch die Sozialität der Macht.

Forschungsgegenstand & Zielsetzung

Meine wissenschaftshistorische Dissertation ist als qualitative, quellenkritisch-hermeneutische Arbeit ausgelegt, die verschiedene Archivquellen hinzuziehen, das linguistische Wissen rekonstruieren, soziohistorisch kontextualisieren und dabei einen besonderen Fokus auf die Praxis der Sprachkartographie der Dialektologie des 20. Jahrhunderts legen wird; also auf die Visualisierung dieses dialektologischen Wissens im Artefakt der Sprachkarte[23] und der Frage nach den Konzepten von Sprache und/im Raum am Beispiel der Sprachkarte. Es geht bei den letztgenannten Punkten darum, wie und mithilfe welcher Methoden die Dialektologie mit der Frage von Karte und Gebiet, also der Darstellung von sprachlichen Phänomenen einerseits und dem Dargestellten andererseits umging.

Als zentraler Untersuchungsgegenstand der Dissertation gilt Kartenmaterial der außeruniversitären Forschungseinrichtung Wiener Wörterbuchkanzlei, die 1913 an der Akademie der Wissenschaften in Wien gegründet wurde und die es sich gemeinsam mit der Bayerischen Wörterbuchkanzlei in München zum Ziel gesetzt hatte, als Langzeitprojekt ein Bayerisch-Österreichisches Wörterbuch (später: Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich) zu schaffen, wobei die Protagonisten, die sich in und um die Kanzlei gruppierten, heute unter dem Namen Wiener dialektologische Schule bekannt sind.

Nach dem Zweiten Weltkrieg besaß die Nachfolgeinstitution dieser Einrichtung verschiedene Namen, zuletzt war sie als Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX) bekannt. Die Archivalien der Wiener Kanzlei befinden sich gegenwärtig teilweise im Archiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das Kartenmaterial aber in den Räumen der an der Akademie 2016 gegründeten Abteilung Variation und Wandel des Deutschen in Österreich, die ab 2017 das Projekt WBÖ neu initiiert hat.

Der Untersuchungszeitraum der Dissertation von den Jahren 1918 bis 1955 erklärt sich aus der historischen Zäsur mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall der Donaumonarchie (insbesondere mit den Gegebenheiten in der cisleithanischen Reichshälfe) bis zur Gründung der Zweiten Republik Österreichs.

Die Kanzlei, die zeitgleich mit dem Schwesterunternehmen an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften eingesetzt wurde, war seit ihrer Gründung zwar primär mit dem Ausbau von Dialektwörterbüchern beschäftigt[24], aber auch mit dem Paradigma der Marburger dialektologischen Schule, welche es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die deutschen Dialekte kartographisch zu visualisieren, verbunden.[25] Diese, zu Beginn als Sprachatlas des Deutschen Reiches und danach als Deutscher Sprachatlas (DSA) bezeichnete, bis heute existierende Forschungseinrichtung in Marburg an der Lahn (Hessen) stand zudem personell wie institutionell mit dem 1921 gegründeten Wörterbuchkartell, das alle deutschsprachigen großlandschaftlichen Wörterbuchprojekte unter seiner Schirmherrschaft hatte, in Verbindung.[26]

Die Marburger Dialektgeographie, vom Bibliothekar Georg Wenker in den 1870er Jahren entwickelt[27], setzte sich, zuerst noch skeptisch betrachtet, schließlich auch in der Wiener dialektologischen Schule durch und die Kanzlei in Wien erstellte neben Wörterbüchern nach dem Vorbild des Marburger Modells ebenso Dialektkarten, wobei, und das ist interessant, die Kartenproduktion besonders nach 1918/1919 stark zunahm.[28] Ein langjähriger Wörterbuchkanzleimitarbeiter, Eberhard Kranzmayer, Dissertant bei dem ab 1920 die Kanzlei leitenden Dialektologen Anton Pfalz, etablierte stärker noch als seine Vorgänger das sprachkartographische Vorgehen als einen zentralen epistemischen Grundpfeiler der Wiener bzw. Österreichischen Dialektologie.

Diese dialektkartographischen Praxen bestimmten im 20. Jahrhundert und vielfach bis heute die Dialektforschung und stellen ein zentrales Element in der Visualisierung dialektologischen Sprachwissens dar: die Verräumlichung der Sprache ist in diesem Kontext also seit Ende des 19. Jahrhunderts an eine Kartographie der Sprache gebunden. Diese wiederum hing gerade bei der Wenker’schen Unternehmung eng mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 und der finanziellen Förderung des Sprachatlas vonseiten der Preußischen Akademie der Wissenschaften zusammen.[29]

Ab den 1920er bis zu den 1940er Jahren, mit der Neuordnung Europas nach dem Ersten Weltkrieg und dem Erstarken deutschnationaler, nationalkonservativer und später auch nationalsozialistischer Kräfte, lässt sich eine eindeutige Zunahme der territorial-expansiven Perspektivierung der sprachlichen Kartierung von (deutscher) Sprache (und Sprachen im mitteleuropäischen Raum) erkennen: sie hing nicht selten mit (geo-)politischen Raumkonzepten zusammen[30], war ideologisch stark aufgeladen und antizipierte völkische, großdeutsche und nationalsozialistische Expertise in Geopolitik, Raumplanung und Propagandakartographie. Auch in Form von geisteswissenschaftlichen, multidisziplinären Gemeinschaftsprojekten arbeiteten Dialektologen mit anderen Disziplinen, zusammen und schufen verschiedenste thematische Karten- und Atlaswerke, wobei die Frage nach den Geschichtskonzepten in diesem Zusammenhang besonders interessant ist.

Denn die Dialektologie des Deutschen besaß seit dem späten 19. Jahrhundert, geprägt durch jungrammatische Forschung und seit dem frühen 20. Jahrhundert ein Konzept von Historizität, das sich auf verschiedenen (Darstellungs- und Analyse-)Ebenen widerspiegelt und besonders augenfällig im Medium/Artefakt der Sprach- bzw. Dialektkarte kulminiert. Dabei entscheidend ist, dass sich dieses Konzept der Historizität von Sprache eben aus der Verbindung mit anderen Geisteswissenschaften (Kulturgeographie, Raumforschung, Volkskunde, Altertumskunde etc.) erklärt: es kann einerseits als eine (kulturell-sprachliche-volkstümlich bis völkische!) Kontinuität im Verlauf der Jahrhunderte[31] und, überspitzt formuliert, als Historizismus[32] im Popperschen Sinne wahrgenommen werden. Andererseits wird aber gemäß dem strukturalistischen Diachronie-Konzept[33] Geschichtlichkeit in der Sprachwissenschaft verstanden als eine lange Zeit-Dauer (ein Fort-Schreiten in der Zeit) die durch Ereignisse, die in Bezug auf die Sprachentwicklung insbesondere Siedlungsbewegungen darstellen, geprägt ist.

Warum etwa Siedlungsbewegungen in der Sprachgeschichte besonders entscheidend sind, erklärt sich am ehesten durch die Idee, dass Sprache und ihre Variation im Raum von den Polen Bewegung/Nicht-Bewegung geprägt sein soll. Durch die Frage der Dynamizität/Nicht-Dynamizität von Sprache wird das dialektologische Konzept von Sprache so ein historizistisch-spatiales, welches im 20. Jahrhundert an Entwicklungen in der historischen Geographie sowie Kultur- und Humangeographie anknüpft. Gleichzeitig werden in dialektologischen Sprachkarten oftmals viele historische Ebenen (Mittelalter, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert etc.) miteinander vermengt und in gleichsam historizistischen wie atemporalen (zeitlosen) Kumulations-Karten visualisiert.

Für meine Untersuchung besonders relevant ist daher auch der Fokus auf die ineinander übergehenden Ansätze anderer geisteswissenschaftlicher Disziplinen mit der Linguistik, wo sich auch vielfach die Begriffe des Raumes, des Volkstums, der Kultur und der Identität überlappen. Durch den Beginn kulturgeographischer Praxen in den 1920er Jahren und dem geisteswissenschaftlichen Diskurs um den Begriff des Volks- und Kulturraumes, bzw. des Volks- und Kulturbodens intensivierte sich gerade in der Wiener dialektologischen Schule auch die Produktion von Karten in diesem Fahrwasser.

Eine wissenschaftshistorische Kontextualisierung solcher multidimensionalen und multifunktional eingesetzten Sprachkarten benötigt als Grundlage eine umfangreiche Metadatenanreicherung (Autor, dargestellter Bereich, Jahr der Erstellung, Material usw.)[34] und zweitens eine wissenschaftshistorische Karteninterpretation.

Grundlage der interpretatorischen Kartenanalyse bilden dabei zwei Leitfragen: erstens die Frage nach den (sprach-)wissenschaftlichen Konzepten von Geschichte und Geschichtlichkeit (Historizität) von Sprachkarten und zweitens die Frage nach dem Verhältnis von politischem, sprachlichen und kulturellem Raum. So haben wir es insgesamt mit folgenden drei Fragestellungen zu tun:

WAS sind die historischen Hintergründe der Kartenproduktion selbst, d.h. es geht um die Auswertung der historischen Metadaten: WER hat die Karte WANN in WELCHEM Zusammenhang WIESO produziert?

WIE wird Geschichtlichkeit mit WELCHEN darstellungstechnischen Mitteln und durch WELCHE Begriffe in der Karte visualisiert?

WIE sieht das Verhältnis der politischen, kulturellen und sprachlichen “Räume” in den jeweiligen Karten aus?


[1] Vgl. Kafka 2004, 322-337.

[3] Gleichzeitig hat Heidegger seine eigene Position als akademischer Philosoph auch nicht reflektiert. Ihm ging es vor allem um die Frage der Denk-Leistung von Philosophie und Wissenschaft, entkoppelte sich aber von dem historischen Kontext in welchem er als akademischer Philosoph lebte und wirkte. Für eine kritische Behandlung von Heidegger im akademischen Feld vgl. Bourdieu 1988a.

[4] Etwa in der ausschließlichen Diskussion in sogenannten Fachkreisen.

[5] Der Linguist Manfred Glauninger spricht in Bezug auf das sprachwissenschaftlich generierte Wissen von einer “sozialkonstruktivistischen Autopoiesis sui generis”.- Glauninger 2017,150.

[6] Angesichts der Tatsache, dass in den meisten geisteswissenschaftlichen Disziplinen die Metasprache gleichzeitig die natürliche Sprache darstellt (sprachwissenschaftliche Ergebnisse können hauptsächlich sprachlich formuliert werden, in der Geschichtswissenschaft verhält es sich ähnlich), müsste eigentlich zwangsweise eine übergeordnete Reflexion stattfinden.

[7] Vgl. Glauninger 2017,148, Fußn.14

[8] Vgl. Glauninger 2017, passim.

[9] Im Eigentlichen nicht durch die Digitalisierung, sondern mit der Digitalisierung; die digitale Welt trägt keine “Schuld”, sie soll an dieser Stelle nicht kulturpessimistisch denunziert werden.

[10] In diesem Kontext spreche ich bewusst nicht von Empirismus, sondern provokant von Empirizismus in Anlehnung an Poppers “Elend des Historizismus” und seiner Kritik an Ansätzen historischer Vorhersagbarkeit und der Identifikation vermeintlich historischer Gesetzmäßigkeit. Als Analogon gilt für mich der Empirizismus, der das Empirische und “Daten” oder “Datenmaterial” (als Korpus) zu einem epistemologischen Totalhorizont erhebt und ihn zum (verselbstständigten) Leitmotiv von Wissenschaftlichkeit hypostasiert. Vgl.Popper 1987.

[11] Beispiele sind dabei Dialektologie, zeitgenössische Variations- und Areallinguistik oder Regionalsprachenforschung, die oftmals (als solche nicht ausgewiesene) Minderheitenphänomene mithilfe von Forschungssets untersuchen, die  jedoch weder repräsentative Ergebnisse erzeugen noch wiederholbar sind.

[12] Zur Phänomenotechnik vgl. Rheinberger 2006, 37-54.

[13] Bezeichnenderweise kann man sehen, dass dieser Aspekt realiter von jenen angewendet wird, die sich gerade nicht im “gerontokratisch-kollektivistische[n]” System der Wissenschaft (vgl. Glauninger 2017, S.150) befinden. Die Offenbarung der grundsätzlich neuen epistemologischen Struktur des Digitalen zeigt sich anhand der jungen Nutzer von YouTube, Facebook, Twitter und Co, wobei das Bild von Wissen und Wissensverknüpfung dieser Nutzer mit den tradierten (universitären) Wegen mithin nur wenig gemein hat.

[14] Ein gutes Beispiel diesbezüglich ist das sprachdynamische Paradigma Marburger Prägung, das dennoch bis heute im statischen Medium der (nicht-dynamischen, sondern bildhaften, veranschaulichenden) “Sprachkarte” verharrt. Vgl. Schmidt und Herrgen 2011 oder die Art, wie Karten auf http://www.regionalsprache.de verwendet werden.

[15] Gemeint ist der Habitus als soziologische Kategorie nach Pierre Bourdieu, der den Zusammenhang des Habitus mit dem akademischen Feld explizierte. Vgl. Bourdieu 1988b, Bourdieu 1998, 26-31.

[16] Aber auch die französischen Epistemologen verkannten augenscheinlich die Sozialität des wissenschaftlichen Wissens, wenn davon die Rede ist, dass das wissenschaftliche Denken ununterbrochene Revolution sei, vgl. Canguilhem 1979,18. Im Hinblick auf seine Sozialität muss das wissenschaftliche Denken im Gegenteil notgedrungen ununterbrochene Konvention sein.

[17] Diese Frage wird allerdings besonders technikgeschichtlich zu klären sein.

[18] Vgl. Rheinberger 2001, 25. An dieser Stelle müssen wir berücksichtigen, dass die technischen Dinge bei Rheinberger im Rahmen von naturwissenschaftlichen Experimentalsystemen auftauchen und gewissermaßen technische Apparaturen darstellen, wobei Rheinberger abwechselnd von technischen Bedingungen und technischen Objekten spricht. Im Hinblick auf die Dialektologie würde ich die Termini (modifiziert) so verwenden, dass die technischen Bedingungen die (technischen) Mittel sind, wohingegen die realiter produzierten Karten technische Dinge darstellen.

[19] Vgl. Braun 2016.

[20] Auf Rouse beziehe ich mich im Hinblick auf die Sozialität der Macht: Rouse spricht davon, dass Macht immer sozial situiert sei, vgl. Rouse 1991, 659.

[21] Ash wird einerseits herangezogen mit seinem bekannten Ansatz von Wissenschaft und Politik als Ressourcen füreinander, vgl. Ash 2002 sowie für seinen Politikbegriff, den er in dreierlei unterteilt: Staatspolitik, Politik als spezifische Form von Staatspolitik (z.B. Kulturpolitik) und als Politik im Kleinen (Machtverhältnisse in Institutionen etc.), vgl. Ash 2006, 21-23.

[22] Auf Latour beziehe ich mich im Hinblick auf eine kritische Behandlung des Begriffes “sozial”, vgl. Latour 2007. In seiner Theorie sieht Latour den Begriff “sozial” eher als Verknüpfungstyp denn als eigenen abgekapselten Wirkungsbereich und plädiert dafür, nicht zwischen sozial und nicht-sozial zu unterscheiden.

[23] Aufgrund der disziplinären Verbindungen der Dialektologie zu anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen wird es nicht nur darum gehen, dialektologische Karten zu interpretieren, sondern prinzipiell mit Karten umzugehen, die sprachliche Informationen enthalten.

[24] Zur Wörterbuchkanzlei vgl. u.a. Peter Wiesinger 1983, der das Jahr 1913 mit der Gründung der Kanzlei auch als Geburtsstunde der Wiener dialektologischen Schule bezeichnet. An dieser Stelle muss jedoch erwähnt werden, dass bis heute keine befriedigende, umfassende (und/oder) kritische Geschichte der Wiener dialektologischen Schule und der Wörterbuchkanzlei geschrieben wurde. Auch ein Beitrag des Linguisten Ingo Reiffenstein kann nicht mehr als tabellarische Eckdaten liefern und weist große Lücken in der Schilderung der Kanzleigeschichte auf. Vgl. Reiffenstein 2005.

[25] Vgl. Abteilung VaWaDiÖ: Anton Pfalz 1927: XIV. Bericht der von der Akademie der Wissenschaften in Wien bestellten Kommission für das Bayerisch-Österreichische Wörterbuch für das Jahr 1926, 66

[26] Vgl. Bremer und Hoffmann 1982, 207.

[27] Vgl. Fleischer 2017.

[28] Dies lässt sich hinsichtlich des Datums, an denen die Karten produziert wurden, erkennen.

[29] Vgl. Wilking 2003, 5-14, vgl. auch https://www.uni-marburg.de/de/fb09/dsa/einrichtung/institutsgeschichte

[30] Besonders augenscheinlich im kulturgeographischen Paradigma der Volks- und Kulturbodentheorie. Vgl. Braun 2016, Vgl. Henniges 2011.

[31] Dies erkennt man am populären Stammesbegriff, der in der deutschen Dialektologie lange verwendet wurde. Zu diesem Stammesbegriff in der Dialektologie etwa der Marburger Schule vgl. Wilking 2003, S.70-117.

[32] Vgl. Fußnote 10.

[33] Zu betonen ist an dieser Stelle, dass das aus dem Strukturalismus stammende Konzept der Synchronie und Diachronie erst im 20. Jahrhundert rezipiert wurde und im Eigentlichen mit historizistischen (wie auch allgemein mit historischen) Modellierungen brach!

[34] Die Taxonomie der Metadaten wird auch im Digitalisierungsprojekt verwendet und bildete eine Grundlage für das Erstellen des Datenbankmodells, das in Form einer online-Applikation frei verfügbar gemacht wird.

Literatur

Ash, Mitchell G. 2002. “Wissenschaft und Politik als Ressourcen füreinander”. In Wissenschaften und Wissenschaftspolitik – Bestandaufnahmen zu Formationen, Brüchen und Kontinuitäten im Deuschland des 20. Jahrhunderts, 32-51. Stuttgart: Steiner.

Ash, Mitchell G. 2006. “Wissenschaftswandlungen und politische Umbrüche im 20. Jahrhundert -was hatten sie miteinander zu tun?” In Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts, herausgegeben von Rüdiger Vom Bruch, Uta Gerhard, und Aleksandra Pawlicek, 19-38. Stuttgart: Steiner.

Bourdieu, Pierre. 1988a. Die politische Ontologie Martin Heideggers. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Bourdieu, Pierre. 1988b. Homo academicus. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Bourdieu, Pierre. 1998. Vom Gebrauch der Wissenschaft. Für eine klinische Soziologie des wissenschaftlichen Feldes. Konstanz: UVK.

Braun, Jan David. 2016. “Mapping Language: linguistic cartography as a topic for the history of science”. History and Philosophy of the Language Sciences. https://hiphilangsci.net/2016/11/03/mapping-language/.

Bremer, Ernst, und Walter Hoffmann. 1982. “Wissenschaftsorganisation und Forschungsrichtungen der Dialektologie im deutschen Sprachgebiet”. In Dialektologie: ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung. Erster Halbband, herausgegeben von Werner Besch, 202-231. Berlin ; New York: De Gruyter.

Canguilhem, Georges. 1979. Wissenschaftsgeschichte und Epistemologie. Herausgegeben von Wolf Lepenies. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Fleischer, Jürg. 2017. Geschichte, Anlage und Durchführung der Fragebogen-Erhebungen von Georg Wenkers 20 Sätzen. Dokumentation, Entdeckungen und Neubewertungen. Hildesheim / Zürich / New York: Georg Olms Verlag.

Glauninger, Manfred. 2017. “Zur Bedeutung von Sprache als Zeichen. Aspekte einer Soziologie des linguistischen (Sprach-)Wissens”. In Konstanz und Variation. Die deutsche Sprache in Mittel-,Ost- und Südosteuropa, herausgegeben von Ioan Lazarescu und Doris Sava, 145-53. Berlin: Wissenschaftlicher Verlag Berlin.

Henniges, Norman. 2015. “‘Naturgesetze der Kultur’: Die Wiener Geographen und die Anfänge der ‘Volks- und Kulturbodenforschung'”. In ACME: An International E-Journal for Critical Geographies, Band 14, H. 4, S. 1309-1351.

Kafka, Franz. 2004. Ein Bericht für eine Akademie und andere Texte zum Rotpeter-Thema. In Franz Kafka. Die Erzählungen, 322-337. Frankfurt am Main: S Fischer.

Latour, Bruno. 2007. Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Popper, Karl R. 1987. Das Elend des Historizismus. Tübingen: Mohr.

Reiffenstein, Ingo. 2005. “Die Geschichte des ‚Wörterbuches der bairischen Mundarten in Österreich’ (WBÖ). Wörter und Sachen im Lichte der Kulturgeschichte”. In Deutsche Wortforschung als Kulturgeschichte, herausgegeben von Isolde Hausner und Peter Wiesinger, 1-13. Wien: ÖAW.

Rheinberger, Hans-Jörg. 2001. Experimentalsysteme und epistemische Dinge. Göttingen: Wallstein.

Rheinberger, Hans-Jörg. 2006. Epistemologie des Konkreten. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Rheinberger, Hans-Jörg. 2007. Historische Epistemologie. Zur Einführung. Hamburg: Junius.

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Rouse, Joseph. 1991. “The Dynamics of Power and Knowledge in Science”. In Journal of Philosophy 88:658-67.

Schmidt, Erich, und Joachim Herrgen. 2011. Sprachdynamik: Eine Einführung in die moderne Regionalsprachenforschung. Erich Schmidt Verlag GmbH & Co.

Wiesinger, Peter, Hrsg. 1983. Die Wiener dialektologische Schule: grundsätzliche Studien aus 70 Jahren Forschung. Wien: Halosar.

Wilking, Stefan. 2003. Der Deutsche Sprachatlas im Nationalsozialismus. Studien zu Dialektologie und Sprachwissenschaft zwischen 1933 und 1945. Hildesheim: Georg Olms

Archivalien

Abteilung VaWaDiÖ
Pfalz, Anton 1927. XIV. Bericht der von der Akademie der Wissenschaften in Wien bestellten Kommission für das Bayerisch-Österreichische Wörterbuch für das Jahr 1926.

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